Astrofotografie - Allgemeines

Eine Steigerung war für mich zusätzlich die Herausforderung der Astrofotografie. Mit Hilfe von fotografischen Methoden kann man viel mehr erkennen, als wenn man durch die gleiche Optik mit dem Auge blickt. Vor allem die Farben und viele Details der Himmelsobjekte werden erst durch die Fotografie sichtbar. Durch die stürmische Entwicklung der digitalen Aufnahmetechnik in den letzten Jahren und die Möglichkeit der Nachbearbeitung der Rohaufnahmen am Computer ist man auch als Amateur schon in der Lage mit kleinen Optiken fantastische und farbenprächtige Aufnahmen von vielen Himmelsobjekten zu machen. Auch wenn die Lernkurve anfangs flach ist, so freut man sich über jede gelungene Aufnahme. Man findet sich mit Gleichgesinnten zusammen und langsam wächst die Erfahrung und Fertigkeit bessere Ergebnisse zu erzielen. Es ist nicht immer leicht in Mitteleuropa gute Aufnahmebedingungen vorzufinden. „ Lichtverschmutzung“ durch künstliche Lichtquellen und oftmals schlechte Wetterbedingungen sind leider nicht selten und lassen die Sterne verblassen.


Die Astrofotografie ist ein kompliziertes fotografisches Verfahren. Die Erde dreht sich konstant von Westen nach Osten um sich selbst, daher scheint sich für uns der Himmel von Osten nach Westen zu drehen. Dieser Bewegung der Sterne muss man mit dem Teleskop und der Kamera exakt folgen, wenn man langbelichtete Aufnahmen machen möchte. Dazu benötigt man eine sehr gute Montierung, die diese Bewegung vollzieht. Die häufigste Bauart in der Astrofotografie ist die parallaktische oder deutsche Montierung, bestehend aus zwei im rechten Winkel angeordneten Drehachsen. Eine davon, die Stunden- oder Rektaszensionsachse muss exakt parallel zur Erdachse ausgerichtet sein, um dem Kurs der Sterne ohne Abweichung folgen zu können. Die Motoren werden heute meist über einen Computer mit entsprechenden Programmen gesteuert. Als Aufnahmekamera werden entweder modifizierte digitale Spiegelreflexkameras oder astronomische CCD-Kameras verwendet. Am lichtempfindlichsten sind die Schwarz/Weiß CCD Kameras. Um damit Farbaufnahmen zu erstellen, müssen 4 Aufnahmeserien gemacht werden - drei durch Farbfilter (rot/grün/blau) und eine Serie Graustufenbilder ohne Filter. 60 – 100 Einzelbilder (mehrere Minuten pro Einzelbild) erfordern eine Gesamtbelichtungszeit von mehreren Stunden pro Aufnahmeobjekt

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Die Bildbearbeitung am Computer, um aus den Einzelaufnahmen ein Farbbild zusammenzusetzen ist ebenfalls sehr aufwendig. Da sich Astronomie immer im Grenzbereich der Wahrnehmung auch für die Kameras bewegt, machen sich auch optische Fehler und Beugungsfiguren durch Staub unangenehm bemerkbar. Durch Kalibrierungsbilder (Darkfields und Flatfields) und dem entsprechenden Programm werden diese Fehler aus den Rohaufnahmen heraus gerechnet. Ebenso Satelliten- und Flugzeugspuren können heute erfolgreich entfernt werden. Nun werden die Rohbilder durch ein Stackingprogramm (z.B. CCD-Stack) exakt übereinandergelegt und gemittelt. Je mehr gute Rohbilder gemittelt werden, umso detailreicher und rauschärmer wird das Endergebnis. Nun erfolgt der Zusammenbau zum Farbbild und die Endausfertigung durch ein Bildbearbeitungsprogramm (z.B. Adobe Photoshop).