Ausrüstung und Gartensternwarte

Schon als Kind hat mich die Astronomie fasziniert. Mit einem kleinen Refraktor habe ich damals schon Mond, Planeten und Sternhaufen beobachtet.  Dann hat diese Ambition viele Jahre geruht und erst im Jahr 1999 habe ich wieder begonnen, mich dafür zu interessieren. Über Gerald Rheman bezog ich ein 10" Newton Dobson Spiegelteleskop und habe wieder begonnen den Sternhimmel zu erkunden.

Einige Jahre später kam ich über meinen Freund Georg Pirnbacher mit der Astrofotografie in Berührung. Dieser betreibt eine private Sternwarte mit einem  12" SC Meade LX200 mit einer SBIG STV CCD Kamera. Obwohl anfangs nur sehr spärliche fotografische Ergebnisse zu verzeichnen waren, ließ mich die Faszination der Astrofotografie nicht mehr los.

 

2004 erfolgte der Kauf eines stabilen Baader Stativs und  2005 einer GPDX Montierung. Mit einer umgebauten Canon 300D Rebel und einem 200 mm Teleobjektiv habe ich nun begonnen in unserem Garten Astrofotografie zu betreiben. 

Ein deutlicher Sprung nach vorne war ebenfalls 2005 die Anschaffung des Takahashi NSV102, eines 4 Zoll Fluorit-Apochromaten und dem dazugehörenden 2,7 Zoll Reducer bei Intercon-Spacetec    Wenngleich ich immer noch mit einer leichten Bildfeldwölbung kämpfe, trotz vieler Versuche den idealen Metal-Back-Fokus zum Reducer zu optimieren, war  dieses Fernrohr damals meine Aufnahmeoptik erster Wahl.

Bei Versuchen mit größeren Spiegeloptiken war ich bis jetzt noch nicht sehr erfolgreich. Beim Vixen VC200 scheiterte es an einer mangelhaften Primärspiegelqualität und bei einfachen 8"Newtons F4   an der mechanischen Stabilität.

 

Der immer größer werdende Aufwand das gesamte Equipment jedesmal in den Garten zu schleppen, aufzubauen, einzunorden, Kabel zu verlegen u.s.w. führte bei mir zum Wunsch einer Fixaufstellung in einer kleinen Gartensternwarte (280 x 240 cm).

Da unsere Nachbarn 2006 gerade im Begriff waren ein Einfamilienhaus zu bauen und mir erlaubt hatten meine Rolldachhütte auf die massiven Fundamente unserer Gartenmauer direkt an die Grundgrenze zu stellen, habe ich die Gunst der Stunde ergriffen und es wurde mit dem Bau der Rolldachhütte begonnen. Durch den Bauplatz daneben war es auch leicht mögtlich schwere Maschinen zu benutzen, ohne den eigenen, bereits fertig angelegten, Garten vollständig zu verwüsten. Etwas schwierig gestaltete sich die Fundamentkonstruktion, da es sich hierbei um eine Hanglage handelt. Fundamente für die Hütte und die Fernrohrsäule, sowie die Holzgrundkonstruktion und das Schiebedach habe ich mir professionell errichten lassen.  Das Schiebedach ist auf zwei massiven Lärchenleimholzbalken gelagert und läuft in U-förmigen Aluminiumschienen mit Hilfe von 6 kugellagergeführen Kunststoffrollen, wobei jede bis zu mehrere hundert Kilo belastbar ist. Obwohl das Dach ca 250 kg wiegt, läßt es sich mittlerweile seit 6 Jahren trotz Temperaturunterschiede ohne Probleme mit einer Hand auf und zu schieben.

Die Verschalung und Innenausstattung der Hütte sowie die Elektrik- und Datenkabelverlegung bis ins Wohnhaus erfolgten in Eigenregie. Der Südgiebel läßt sich abklappen, um auch horizontnahe Objekte noch erfassen zu können.

Heute genieße ich den Komfort der Gartensternwarte, da man keine Zeit mehr verliert für das Auf- und Abbauen, Einnorden  und auch für die Möglichkeite einige Funktionen remoteartig vom Wohnhaus aus  zu steuern.

 

Seit Herbst 2007 bin ich Mitglied beim Astronomischen Arbeitskreis Salzkammergut. eines Vereins, dem viele der besten Astrofotografen Österreichs angehören. 

2007 Mit einer ATIK 16HR habe ich 2007 mit der CCD Fotografie begonnen und diese 2011 durch eine ATIK 383L ersetzt.

 

Durch die Parallelmontierung von Teleskopen wurde das Instrumentengewicht für die GPDX zu hoch und ich tauschte sie 2007 gegen eine Celestron CGE Montierung aus. Obwohl man als alter "Dobsonaut" mit dem Telrad fast jedes Objekt rasch findet, genießt man die automatische Orientierung einer Computermontierung. Höhere Ansprüche an die Genauigkeit der Nachführung und zunehmende Probleme mit der Montierung im Zusammenhang mit dem Guiden, trotz Wechsel der Autoguiderkamera und des Guidingprogramms, hatten mich 2011 bewogen nochmals die Montierung zu wechseln und einen neuen modernen Weg der exakten Nachführung mit Hilfe einer ASA DDM60 pro zu gehen. 

Unterstützt durch Harald Strauß, einem Freund und sehr erfahrenen Astrofotografen, der eine ASA DDM85 betreibt und mit Hilfe von Martin Puchner, ein geduldiger und kompetenter Mitarbeiter der Firma ASA, der mir  über Fernwartung geholfen hat, mit der Montierung richtig umzugehen, habe ich die Umstellung auf das neue Konzept geschafft. 

Mittlerweile läuft die Montierung super und es sind stundenlange Nachführungen ohne Guiding mit Hilfe der neuen MLPT Funktion möglich. Bei dieser Funktion wird der Kurs mit Hilfe von MaximDL und dem  Astrometriefeature pinpont dc3 zuerst vermessen und kleine Aufstellungsfehler und Verbiegungen des Systems miteinberechnet und damit die Nachführung korrigiert. So ist eine stundenlange exakte Nachführung ohne Guiding, die praktisch nur durch den Faktor Seeing begrenzt wird, möglich.

Im Jahr 2013 war meine Errungenschaft der Kauf eines 10 Zoll Newton Astrographen der Firma ASA. Mit einem Öffnungsverhältnis von f 3,6 und einer Brennweite von ca 906 mm ist dieses Fernrohr  lichtstark. Durch den eingebauten Motorfokus kann dieses Teleskop auch gut  Remote gesteuert werden. 

In den Jahre 2015 - 2017 waren durch enormen beruflichen Stress, vielen Schlechtwetterphasen und wenig Zeit für die Astrofotografie nicht sehr ergiebig und mein Interesse daran wurde zunehmend weniger. Im Hebst 2017 hatte mich mein Freund Peter Großpointner  wieder zur Astronomie zurückgeholt und mir technische Verbesserungen vorgeschlagen.

 

2018: Peter hat mir einen Knickflansch konstruiert und gebaut, sodass ich meine relativ kurzgebauten Teleskope ohne Meridianflip nachführen kann. Dadurch konnte ich meine sehr stabile und fundamentierte Betonsäule belassen und gleichzeitig den astrofotografischen Komfort genießen, ohne einen Meridianflip  fotografieren zu können.

Ich wechselte auch die ASA DDM60pro gegen die modernere DDM85A aus. Diese größere Montierung ist deutlich weniger empfindlich und funktioniert zu meiner Zufriedenheit. Die Astrofotografie rückte damit wieder mehr in mein Interesse.

 

2019 habe ich auch mit der Schmalbandfotografie begonnen (H alpha, O III, S II) Die Möglichkeit Objekte in der "Hubblepalette" darzustellen war für mich ein neues Tor und spannendes Betätigungsfeld. Es ist faszinierend wie detailreich und scharf interstellare Nebelstrukturen dargestellt werden können und gleichzeitig das Überstrahlen durch Sterne deutlich vermindert wird.

Die Anschaffung eines kleineren hyperboloiden Newtonteleskops  (Takahashi Epsilon 130ED) war ein weiterer Schritt zu eindrucksvollen Übersichtsbildern - Brennweite 430 mm bei f 3,3. Die bereits in die Jahre gekommene CCD Kamera (ATIK383L) habe ich ausgetauscht und statt dessen 2 ZWO ASI1600mmp CMOS Kameras angeschafft. die Belichtungsdauer gerade bei Schmalbandfiltern konnte dadurch deutlich gesenkt werden.

 

2020: Ich habe auch gemerkt, dass ich in punkto Bildbearbeitung deutliche Defizite noch hatte und mich wieder intensiver damit befasst - einerseits meine Photoshop Kenntnisse verbessert (Maskentechnik us.w.) und mir das Programm PixInsight gekauft und mich intensiv damit beschäftigt - dabei entstand ein kleines Skriptum im Sinne eines Workflows zum guten Astrofoto, weil ich gemerkt habe, dass meine Rohdaten deutlich mehr hergeben und daraus bessere Endergebnisse erzielt werden könnten.

 

 

First Light  11.Juli 2013
First Light 11.Juli 2013